Die vierarmige Guanyin ist eine der am weitesten verbreiteten Bodhisattva-Formen im tibetischen Buddhismus. Ihre Ursprünge lassen sich auf das Avalokitesvara-Glaubenssystem des indischen Mahayana-Buddhismus zurückführen.
In der Überlieferung des esoterischen Buddhismus gilt sie als mitfühlende Manifestation des Avalokitesvara-Bodhisattva, die zum Wohle aller fühlenden Wesen geschaffen wurde und die vollständige Vereinigung von Mitgefühl, Weisheit, Reinheit und Kraft symbolisiert.
Ihre vier Arme stellen die vier buddhistischen Aktivitäten „Besänftigen, Vermehren, Anziehen und Unterwerfen“ dar, was bedeutet, fühlenden Wesen zu helfen, Leid zu beseitigen, Segen und Verdienste zu mehren, positive Verbindungen anzuziehen und Hindernisse und Negativität zu überwinden.
Im tibetischen Buddhismus ist die vierarmige Guanyin nicht nur eine der wichtigsten Gottheiten, die in tibetischen Haushalten verehrt wird und eng mit dem berühmten sechssilbigen Mantra „Om Mani Padme Hum“ verbunden ist, sondern gilt auch als Verkörperung allen Mitgefühls und als Beschützerin des tibetischen Plateaus. Ihr Glaube hat sich tief in die tibetischen Kulturtraditionen und das spirituelle Leben integriert.
Opfergaben und Verehrung
Beim Darbringen von Opfergaben an die vierarmige Guanyin ist es am wichtigsten, ein reines Herz und eine saubere Umgebung zu bewahren.
Ein Altar sollte an einem ruhigen und erhöhten Ort aufgestellt werden. Frisches Wasser, Lampen, Blumen und Obst werden üblicherweise täglich als Ausdruck des Respekts dargebracht.
Die zentrale Praxis besteht darin, das sechssilbige Mantra „Om Mani Padme Hum“ zu rezitieren und dabei zu visualisieren, wie mitfühlendes Licht herabscheint.
Alle Opfergaben sollten sauber bleiben und ausschließlich der Verehrung dienen. Danach dürfen sie respektvoll und mit Dankbarkeit verzehrt werden.
Am wichtigsten ist, dass Mitgefühl und Aufrichtigkeit im Herzen als die wahre Grundlage der Verehrung angesehen werden, während äußere Rituale nur als unterstützende Methoden zur Kultivierung dieser Absicht dienen.
Nur durch konsequente Praxis kann man eine spirituelle Verbindung erreichen.
Aussehen
Die vierarmige Guanyin hat einen reinweißen Körper, der die schneebedeckten Berge und die makellose Reinheit der mitfühlenden Weisheit symbolisiert. Ihr Gesicht ist ruhig und lächelt sanft, strahlt das harmonische Licht von Mitgefühl und Weisheit aus.
Guanyin trägt eine Juwelenkrone, oft geschmückt mit einem kleinen Bild des Amitabha-Buddhas, was bedeutet, dass sie eine mitfühlende Manifestation des Amitabha, des Herrn des Reinen Landes, ist.
Ihre beiden Haupthände sind vor der Brust zusammengelegt und halten leicht ein Mani-Juwel, das die Vereinigung von Weisheit und geschickten Mitteln, Mitgefühl und Einsicht darstellt.
Die hintere rechte Hand hält einen Kristallrosenkranz, der die kontinuierliche Befreiung fühlender Wesen symbolisiert.
Die hintere linke Hand hält sanft einen Lotusblütenzweig. Die Lotusblume blüht neben ihrem Ohr und symbolisiert Mitgefühl, das aus dem Kreislauf des Samsara entsteht, während es rein und unbefleckt bleibt.

Ihr ganzer Körper ist mit kostbaren Juwelen und Seidengewändern geschmückt. Ihre Haltung ist würdevoll, sie sitzt in voller Lotusposition auf einem Mondscheiben-Lotusthron.
Das Gesamtbild vereint höchste Erleuchtung in einer Form von Gelassenheit, Anmut und Vollkommenheit, wodurch Betrachter auf natürliche Weise Gefühle von Frieden, Glauben und Harmonie entwickeln können.
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